Keller oder Bodenplatte: Kosten pro m² in Österreich

Ein Keller mit 80 m² kostet nach Infina rund 100.000 €, eine Bodenplatte derselben Größe 48.000 €. WOLF Haus verlangt für das Modell Wien 169 78.020 € für den Keller und 34.150 € für die Fundamentplatte, 43.870 € Unterschied. Dafür gibt es ein ganzes Geschoß Stauraum, Technik und Hobbyfläche, in dem Aufenthaltsräume nur zulässig sind, wenn ihr Fußboden an einer Fensterseite über dem Gelände liegt, und das in Tirol, der Steiermark, Niederösterreich, dem Burgenland und Vorarlberg zusätzlich Abgaben auslöst.

Rechner: Keller gegen Bodenplatte

Die Quadratmeterpreise sind Ihre Annahmen innerhalb der Spannen von Infina und der veröffentlichten Angebote; Abdichtung, Ersatzräume und die Abgaben Ihrer Gemeinde tragen Sie als Betrag ein.

Ihre Angaben

Beispiel: 120 m² Grundfläche, trockener Boden

38.000 €
Mehrkosten Keller317 € je m² Kellerfläche
120.000 €
Haus mit Keller
82.000 €
Haus auf der Bodenplatte

Haus mit Keller

Keller120 m² × 1.000 € 120.000 €
Abdichtung drückendes Wasser 0 €
Abgaben der Gemeinde 0 €

Haus auf der Bodenplatte

Bodenplatte120 m² × 600 € 72.000 €
Ersatzräume 10.000 €

Ohne Innenausbau des Kellers, ohne Außenanlagen und ohne Kellerfenster über Standard. Das Bodengutachten fällt bei beiden Varianten an. Alle Beträge ohne Gewähr; maßgeblich sind Angebot, Bodengutachten und Abgabenbescheid.

Zu den Eingaben
  • Grundfläche des Hauses: Bruttogeschoßfläche des Kellers, bei einem Bungalow die ganze Hausgrundfläche.
  • Keller je m²: Infina: ab 1.000 €, bis 2.000 € bei schwierigem Aushub oder wohnähnlichem Ausbau; veröffentlichte Angebote 744 bis 1.375 €.
  • Bodenplatte je m²: Infina: 400 bis 800 € mit Dämmung und Frostschutz; veröffentlichte Angebote 141 bis 399 € ohne Erdarbeiten, Kanal und Schächte.
  • Abdichtung gegen drückendes Wasser: Mehrkosten gegenüber der Abdichtung gegen Bodenfeuchte samt dichten Lichtschächten und Rückstausicherung; fertighaus.at: 8.000 bis 20.000 € für die weiße gegenüber 2.500 bis 5.000 € für die schwarze Wanne.
  • Ersatzräume: Technikraum im Erdgeschoß, Gartenhaus oder größere Garage. Die Hannoveraner Studie 2008 setzte 7.500 € für 5 m² Technikfläche und 800 bis 5.850 € für den Lagerersatz an.
  • Abgaben der Gemeinde: Ein Kellergeschoß erhöht in Niederösterreich, der Steiermark, Tirol und dem Burgenland die Kanal- oder Bauabgaben, in Vorarlberg die Bewertungseinheiten des Kanalbeitrags, in Oberösterreich, Kärnten, Wien und der Stadt Salzburg nicht (Regeln je Bundesland). Den Betrag nennt das Bauamt.
1.000 bis 2.000 €
je m² Keller, inklusive Aushub; die obere Hälfte bei Grundwasser, Hang oder wohnähnlichem Ausbau (Infina, März 2026)
400 bis 800 €
je m² Bodenplatte mit Dämmung und Frostschutz; ein 2024 veröffentlichtes Angebot aus dem Bezirk Baden lag bei 399 €
43.870 €
Mehrpreis des Kellers gegenüber der Fundamentplatte beim WOLF-Haus Wien 169, jeweils mit Bauherrenmithilfe
4.656 €
Abgaben, die 400 m³ Kellergeschoß in Tirol auslösen: Erschließungsbeitrag, Kanal und Wasser werden dort nach der Baumasse berechnet

Die Frage stellt sich genau einmal, und sie lässt sich nachträglich nicht korrigieren. Ein Keller kostet in Österreich 1.000 bis 2.000 € je Quadratmeter, eine Bodenplatte 400 bis 800 €. Dazwischen liegen die Posten, die in keiner Pauschale stehen: das Bodengutachten, die Deponiegebühr für 400 Kubikmeter Aushub, die Abdichtung gegen drückendes Wasser bei hohem Grundwasser, die Radonvorsorge im Vorsorgegebiet, die Gemeindeabgaben nach Baumasse oder Geschoßfläche und der Wärmeschutz der Kellerdecke, wenn der Keller unbeheizt bleibt. Dazu kommt, was bei beiden Varianten anfällt und in keiner Kellerpauschale steht: Bagger und Lkw zu 80 bis 100 € je Stunde, die Frosttiefe von 0,80 bis 1,00 m, die die Gründung vorgibt, und am Hang die Stützmauer, die schneller 20.000 € kostet als der Keller selbst.

Was ein Keller kostet

Infina setzt in seinem Ratgeber vom 31. März 2026 mindestens rund 1.000 € je m² Kellerfläche an und nennt 2.000 € je m² und mehr, wenn der Aushub schwierig wird oder der Keller ähnlich wie Wohnräume ausgebaut wird; das Beispiel eines 80 m² großen Kellers endet bei rund 100.000 €. Diese Spanne deckt sich mit dem, was österreichische Bauherren an Angeboten veröffentlicht haben, und mit den Listenpreisen eines Fertighausanbieters, der Keller und Fundamentplatte für dasselbe Haus ausweist.

Anbieterpreise: Keller und Fundamentplatte für dasselbe Haus

WOLF Haus aus Scharnstein baut den Keller in Ortbeton, also vor Ort geschalt: Fundamentplatte, Außen- und Innenwände, Stiege und Decke werden betoniert, Fenster, Türzargen und Elektroleerrohre gleich eingebaut; Kanal, Drainage, Abdichtung, Dämmung und Lichtschächte sind Zusatzleistungen, bei Grundwasser wird eine weiße Wanne angeboten. Die Preise gelten jeweils mit Bauherrenmithilfe und zur belagsfertigen Ausbaustufe des Hauses.

ModellWohnflächeHaus belagsfertigKellerFundamentplatteMehrpreis Keller
Wien 169 Einfamilienhaus, 11,49 × 8,13 m Außenmaß169 m²340.590 €78.020 €34.150 €43.870 €
Elegance 130 Bungalow, 14,55 × 13,25 m130 m²274.730 €97.880 €41.870 €56.010 €

Quelle: wolfhaus.at, Wien 169 und Elegance 130, abgerufen im Oktober 2026; die Seiten nennen kein Preisdatum. In den Kellerpreisen stecken rund 16.500 € (Wien 169) bzw. 22.500 € (Elegance 130) Betonkosten, in den Fundamentplatten 10.000 € bzw. 13.500 €.

Beim Bungalow kostet der Keller mehr als ein Drittel des Hauses, weil ein eingeschoßiges Haus seine Wohnfläche auf einer großen Grundfläche verteilt und der Keller genauso groß wird. Das ist die erste Regel: Je flacher das Haus, desto teurer der Keller im Verhältnis, und desto mehr Fläche bekommt man dafür.

Veröffentlichte Angebote österreichischer Bauherren

Im Forum von energiesparhaus.at legen Bauherren seit Jahren ihre Angebote offen. Die Zahlen sind nicht geprüft und der Leistungsumfang ist nie ganz derselbe, aber zusammen zeigen sie, wo die Preise seit 2018 liegen.

JahrKellerFlächePreisje m²Enthalten
2018Massivkeller, gebaut100 m²80.000 €800 €Aushub, Bodenplatte, Dämmung, Innenwände, Estrich, Geschoßdecke
2020Dichtbeton, Steiermark68 m²54.900 €807 €Aushub, weiße Wanne, XPS-Dämmung, Fenster, Estrich
2021Fertigteilkeller90 m²67.000 €744 €Fenster, Lichtschächte, Brandschutztüren; ohne Erdarbeiten
2021Massivkeller90 m²83.000 €922 €Aushub, Hinterfüllung, Lichtschächte, Dämmung, Kellerstiege, Kellerdecke
2022Massivkeller, Hangwasser80 m²110.000 €1.375 €Baggerarbeiten, schwarze Wanne, Außenstiege
2023Weiße Wanne, Tirol90 m²96.500 €1.072 €Rohbau 80.000 € mit Elementdecke plus 16.500 € Erdarbeiten
2023Zwei Angebote, Fertigkeller40 m²40.000 bis 60.000 €1.000 bis 1.500 €alles inklusive; dieselbe Firma bot die Bodenplatte um knapp 20.000 € an

Quellen: energiesparhaus.at, Kosten für einen Keller (2021 bis 2023) und Keller Kosten 2023. Angaben der Bauherren, Bundesland meist nicht genannt; die Quadratmeterpreise sind aus den genannten Summen gerechnet.

Kleine Keller sind je Quadratmeter die teuersten: Die 40 m² aus dem Jahr 2023 kosten 1.000 bis 1.500 € je m², weil Baustelleneinrichtung, Bagger, Kran und Stiege nicht mit der Fläche schrumpfen. Unter 60 m² lohnt sich die Frage, ob ein Technikraum im Erdgeschoß und ein Gartenhaus nicht dasselbe leisten.

Fertigteilkeller oder Ortbeton

Ein Fertigteilkeller kommt als Wand- und Deckenelemente aus dem Werk und steht in wenigen Tagen, ein Ortbetonkeller braucht nach dem Ratgeber von fertighaus.at zwei bis vier Wochen. Die Elemente sind bei einfachen Grundrissen günstiger, bei verwinkelten Grundrissen oder schwierigem Boden ist der geschalte Keller flexibler. Das Angebot von 2021 zeigt den typischen Unterschied im Leistungsumfang: Der Fertigteilkeller um 67.000 € enthielt keine Erdarbeiten, der Massivkeller um 83.000 € schon. Wer beide vergleicht, muss Aushub, Hinterfüllung und Deponie einmal dazurechnen.

Nutzkeller oder Wohnkeller

Die Infina-Spanne bis 2.000 € je m² gilt für einen Keller, der wie Wohnraum ausgebaut wird: gedämmte Außenwände unter dem Erdreich, Fußbodenaufbau mit Dämmung und Estrich, Heizung, größere Fenster mit Lichtschächten oder Lichtgräben, Putz und Böden. Der deutsche Ratgeber rechnet für den Ausbau zum Wohnkeller mit 60.000 bis 120.000 € zusätzlich. Ob der Keller überhaupt Wohnraum werden darf, entscheidet nicht das Budget, sondern das Gelände: Aufenthaltsräume brauchen nach Punkt 11.1 der OIB-Richtlinie 3 ein Fußbodenniveau, das wenigstens an einer Fensterseite über dem Gelände liegt, mehr dazu im Abschnitt Wärmeschutz und Wohnkeller.

Was eine Bodenplatte kostet

Infina nennt für Österreich 400 bis 800 € je m² Bodenplatte und rechnet das 80-m²-Beispiel mit 600 € je m² auf 48.000 €. Die Spanne ist breit, weil zwei verschiedene Konstruktionen darunter fallen. WOLF Haus beschreibt sie so: Variante eins ist die Platte frostfrei gegründet auf Streifenfundamenten, Variante zwei liegt ohne Streifenfundamente auf einem verdichteten Schotterbett, das bis in die Frosttiefe reicht, dem Frostkoffer. Beide können eine vollflächige Dämmung unter der Platte bekommen, meist XPS-Platten oder eine Schicht Glasschaumschotter, der Dämmung und kapillarbrechende Schicht in einem ist.

Ein Angebot aus dem Jahr 2024 im Detail

Das genaueste veröffentlichte Angebot stammt vom Oktober 2024 aus dem Bezirk Baden in Niederösterreich: eine 25 cm starke Stahlbetonplatte mit 12 cm XPS, Frostschürze und Drainage für ein Haus mit 94,34 m² Grundfläche um 37.600 € inklusive Umsatzsteuer, also 399 € je m². Entscheidend ist, was im selben Angebot noch stand, weil diese Posten bei jeder Gründung anfallen und in keiner Pauschale je Quadratmeter stecken:

PositionPreis inkl. USt
Bodenplatte 94,34 m², 25 cm, 12 cm XPS, Frostschürze, Drainage37.600 €
Sickerschacht 6 m³3.750 €
Schmutzwasserschacht2.550 €
Zufahrt schottern2.500 €
Regenwasserleitungen1.500 €
Leerverrohrung1.500 €
Fundament Garage1.300 €
Fundament Wärmepumpe1.250 €
Schmutzwasserleitungen1.000 €
Energiezuschlag564 €
Gesamt53.514 €

Quelle: energiesparhaus.at, Kosten Bodenplatte inkl. Schächte etc. (NÖ), 17. Oktober 2024. Ein anderer Bauherr aus Oberösterreich hielt das Angebot für überzogen und nannte 18.500 € Materialpreis für ähnliche Anforderungen; ein dritter bezeichnete es als halbwegs realistisch.

Weitere veröffentlichte Angebote

JahrOrtFlächePreisje m²Enthalten
2020Raum St. Pölten150 m²21.086 €141 €12 cm XPS, 66 lfm Streifenfundament, zwei Maurer und Helfer des Bauherrn; Kanal gesondert 4.833 €
2020Raum St. Pölten90 m²rund 30.000 €333 €Kanal, Erdarbeiten, Streifenfundament, XPS, Feuchtigkeitsisolierung, ebenes Grundstück, Helfer des Bauherrn
2021Kärnten157 m²39.600 €252 €Wohnhaus und Unterstellplatz; ohne Erdarbeiten und Baustelleneinrichtung
2022Tirol130 m²40.000 €308 €Rollierung, 60 cm Glasschaumschotter, 30 cm Stahlbetonplatte, Bewehrung; Erdarbeiten, Kanal, Sickerschacht und Frostkoffer für Terrasse und Parkfläche gesondert knapp 50.000 €
2024Bezirk Baden94 m²37.600 €399 €25 cm Platte, 12 cm XPS, Frostschürze, Drainage

Quellen: energiesparhaus.at, Kosten Bodenplatte NÖ (2020/2021), Bodenplatte Einschätzung Angebot, Tirol (2022), Kosten Bodenplatte NÖ (2024). Angaben der Bauherren, Quadratmeterpreise aus den Summen gerechnet.

Die Spanne von 141 bis 399 € je m² erklärt sich fast vollständig aus dem Leistungsumfang und der Eigenleistung: Wer Erdarbeiten, Kanal und Schächte herausrechnet und selbst mitarbeitet, landet bei 150 bis 250 €; wer alles vergibt und Glasschaumschotter oder dicke XPS-Lagen einbaut, bei 300 bis 400 €. Die Infina-Spanne ab 400 € enthält zusätzlich das, was beim Tiroler Angebot gesondert knapp 50.000 € kostete: Aushub samt Entsorgung, Kanal, Sickerschacht und Frostkoffer für die befestigten Flächen rund ums Haus.

Was die Bodenplatte auch braucht

Das Haus ohne Keller verliert nicht nur Stauraum, sondern Technikfläche. Wärmepumpe, Pufferspeicher, Verteiler, Waschmaschine und Hausanschlüsse brauchen einen frostsicheren Raum im Erdgeschoß. Eine Vergleichsstudie des Instituts für Bauforschung Hannover aus dem Jahr 2008 setzte dafür 5 m² frostsichere Fläche im Wohngeschoß mit 7.500 € an und für den Lagerersatz eine Fertiggarage um 5.850 € oder einen Holzschuppen um 800 €; das sind deutsche Preise von damals, die Logik gilt unverändert. Die Mehrkosten des Kellers lagen in dieser Studie bei 182 bis 426 € je m², je nachdem ob der Keller als Hochkeller außerhalb des Grundwassers gemauert oder als weiße Wanne im Grundwasser gebaut wurde und ob eine Garage oder ein Schuppen den Lagerraum ersetzte.

Die Mehrkosten im Vergleich

Im Beispiel von Infina kostet der Keller mit 80 m² rund 100.000 € und die Bodenplatte derselben Größe 48.000 €, ein Unterschied von 52.000 € oder 650 € je m². Aus den Spannen selbst, 1.000 bis 2.000 € gegen 400 bis 800 €, lässt sich kein fester Abstand ableiten, weil der teure Keller und die teure Bodenplatte selten auf demselben Grundstück stehen; belastbar sind nur Paare aus einem Angebot, und die liegen bei WOLF Haus mit 43.870 € und 56.010 € nahe am Infina-Beispiel. Die Zementindustrie bezifferte den Unterschied 2018 mit 15.000 bis 20.000 € für 70 bis 80 m² zusätzliche Nutzfläche; seither ist der Baukostenindex für den Wohnhaus- und Siedlungsbau allein gegenüber 2020 auf 130,2 Punkte gestiegen, und die Zahl stammt von einer Branche, die Keller verkauft.

Balkendiagramm: veröffentlichte Preisspannen je Quadratmeter in Österreich, Bodenplatte 141 bis 800 €, Keller 744 bis 2.000 €, nach Quelle und Jahr Balkendiagramm: veröffentlichte Preisspannen je Quadratmeter in Österreich, Bodenplatte 141 bis 800 €, Keller 744 bis 2.000 €, nach Quelle und Jahr
QuelleKellerBodenplatteMehrkosten KellerBezug
Infina, 31. März 2026ab 1.000 €/m², bis 2.000 €/m²400 bis 800 €/m²52.000 € (650 €/m²)Beispiel 80 m²: rund 100.000 € gegen 48.000 €
WOLF Haus, Wien 16978.020 €34.150 €43.870 €Ortbetonkeller, mit Bauherrenmithilfe
WOLF Haus, Elegance 13097.880 €41.870 €56.010 €Bungalow, mit Bauherrenmithilfe
Betonmarketing Österreich, April 201815.000 bis 20.000 €70 bis 80 m² Nutzfläche, Studie des Instituts für Bauforschung; Preisstand 2018
Bauherr, 202340.000 bis 60.000 €knapp 20.000 €20.000 bis 40.000 €40 m², zwei Angebote, Bodenplatte von derselben Firma
Institut für Bauforschung Hannover, 200851.505 bis 70.324 €28.687 bis 33.737 €182 bis 426 €/m²97,8 m², Deutschland, Bodenplatte samt Ersatzräumen

Quellen: Infina, Hausbau mit oder ohne Keller; Betonmarketing Österreich, Presseinformation zum Buch Kellerbauen, 19. April 2018; Baumarkt 1-2/2009, Was kostet ein Keller wirklich; Statistik Austria, Baukostenindex Dezember 2025; Beton-Marketing Österreich, Kellerbauen+ (Kolbitsch, TU Wien), Ausgabe August 2011, Abschnitte 1 und 3.1 zur Studie Schöberl.

Die ältere österreichische Vergleichsrechnung bestätigt die Größenordnung aus der anderen Richtung: Baumeister Helmut Schöberl verglich für Beton-Marketing Österreich ein Einfamilienhaus mit 110 m² Bruttogrundfläche in vier Kellervarianten mit einem 130 m² großen Haus ohne Keller, bei dem Technik- und Nebenräume ins Erdgeschoß wandern. Die unterkellerten Varianten kosteten in den Gesamtbaukosten 2 bis 8 % mehr und brachten 64 % mehr Nutzfläche; das Haus ohne Keller hatte einen bis zu 9 % höheren Heizwärmebedarf als dasselbe Haus über einem unbeheizten Keller, weil der Keller die Bodenplatte vom kalten Erdreich trennt. Die Studie ist im Kellerbau-Handbuch der Branche von 2011 zusammengefasst, die Prozentsätze sind von den Preisen seither unabhängig, die Ersatzfläche im Erdgeschoß ist in ihnen schon enthalten.

Drei Dinge fallen auf. Erstens: Je Quadratmeter gewonnener Fläche ist der Keller das günstigste Geschoß des Hauses. 650 € je m² im Infina-Beispiel und 43.870 bis 56.010 € für ein ganzes Geschoß bei WOLF Haus stehen Baukosten von deutlich über 2.000 € je m² Wohnfläche gegenüber, nur ist die Kellerfläche eben keine Wohnfläche. Zweitens: Die Spanne nach unten entsteht durch Eigenleistung und ebene, trockene Grundstücke, die Spanne nach oben durch Grundwasser und Hang. Drittens: Die Bodenplatte spart weniger, als die Pauschale vermuten lässt, sobald die Ersatzräume, die Schächte und die Außenanlagen mitgerechnet werden, die beim Keller in der Baugrube mit erledigt werden.

Boden, Erdarbeiten, Gründung, Hang: Was den Preis bestimmt

Zwischen 1.000 und 2.000 € je m² liegt nicht die Ausstattung, sondern der Untergrund. Ob der Keller gemauert, geschalt oder als weiße Wanne gebaut werden muss, entscheidet sich im Boden, und diese Entscheidung fällt bei der Bodenplatte genauso, nur mit weniger Geld im Spiel. Die Erdarbeiten, die Gründungstiefe und die Hangsicherung fallen bei beiden Varianten an; sie sind der Teil des Unterbaus, der in keiner Pauschale je Quadratmeter steckt.

Bodengutachten: 500 bis 1.700 €

Ein Bodengutachten kostet in Österreich nach Infina (Stand 28. April 2026) meist 500 bis 1.700 €, für ein übliches Einfamilienhausgrundstück 500 bis 1.000 €; teurer wird es mit der Zahl und Tiefe der Probebohrungen, mit Laboranalysen und mit Zusatzuntersuchungen auf Altlasten. Untersucht werden Bodenbeschaffenheit, Tragfähigkeit, Setzungsverhalten, Frostempfindlichkeit, Grundwasserspiegel und Hangwasser. Verpflichtend ist es nicht in allen Bauordnungen, aber es ist die Grundlage der statischen Bemessung nach Eurocode 7 und ÖNORM B 4401, und Statiker wie Versicherer verlangen es inzwischen als Planungsgrundlage. Der beste Zeitpunkt ist vor dem Grundstückskauf: Dann kostet ein schlechter Boden den Verkäufer Verhandlungsspielraum und nicht den Käufer eine weiße Wanne.

Die drei Lastfälle der Abdichtung

Die ÖNORM B 3692 für Bauwerksabdichtungen unterscheidet drei Lastfälle, und der Lastfall bestimmt die Abdichtung:

Was die Ausführung für drückendes Wasser kostet, zeigen die veröffentlichten Angebote mit weißer Wanne: 54.900 € für 68 m² in der Steiermark 2020 und 96.500 € für 90 m² in Tirol 2023, jeweils inklusive Erdarbeiten. Der deutsche Ratgeber von fertighaus.at setzt 8.000 bis 20.000 € für die weiße gegenüber 2.500 bis 5.000 € für die schwarze Wanne an. Dazu kommen bei drückendem Wasser wasserdichte Lichtschächte oder Kellerfenster und eine Rückstausicherung für den Kanal, weil der Keller unter der Rückstauebene liegt.

Quellen: ÖNORM B 3692 (Ausgabe 2014) nach den Auszügen von Sika Österreich, Richtlinie Bauwerksabdichtung, Lastfälle; Sika Österreich, Systemaufbau Bauwerksabdichtung drückendes Wasser; fertighaus.at, Keller bauen ja oder nein.

Grundwasser: Wo der Stand nachzusehen ist

Den höchsten Grundwasserstand kennt das Bodengutachten nur, wenn es ihn abfragt. Das Hydrographische Portal eHYD des Landwirtschafts- und Wasserministeriums zeigt die rund 700 Niederschlags-, Abfluss- und Grundwassermessstellen Österreichs mit Zeitreihen; die langjährigen Reihen für die nächste Messstelle liefern die Hydrographischen Dienste der Länder. Wer in einem Flusstal baut, fragt zusätzlich die Gemeinde nach bekannten Grundwasserhochständen und nach Kellern in der Nachbarschaft, die nach Hochwässern Wasser hatten.

Erdarbeiten: Bagger, Lkw und Deponie

Ein Kellergeschoß mit 120 m² Grundfläche und rund 2,5 m Aushubtiefe ergibt mit Arbeitsraum rund um die Wände 400 bis 500 m³ Aushub, eine Bodenplatte mit Frostkoffer 100 bis 150 m³. Abgerechnet wird meist nach Aufwand: Im Oktober 2025 nannten Bauherren im Forum von energiesparhaus.at als übliche Sätze 80 bis 100 € netto je Stunde für einen 10- bis 16-Tonnen-Bagger mit Fahrer und 80 bis 90 € netto je Stunde für einen Vierachs-Lkw, dazu 9 bis 12 € netto je Tonne Entsorgung und rund 60 € je m³ für die eingebaute Tragschicht. Anlass war ein Pauschalangebot über 20.000 bis 25.000 € für 1.100 m³ Aushub mit 3 km Transportweg und 160 m³ Tragschicht, das die Antwortenden mit 17.000 bis 20.000 € brutto nachrechneten; nach Stunden abgerechnet landete der Bauherr bei rund 17.000 €. Sieben Jahre davor, 2018, lagen zwei Angebote für rund 300 m³ Aushub ohne Keller in Oberösterreich bei 6.000 und 8.000 €, ein Pauschalangebot im Bezirk Gänserndorf für 155 m³ samt Abtransport bei 3.300 €, also rund 20 € je m³ alles inklusive.

PositionSatzQuelle, Stand
Bagger 10 bis 16 t mit Fahrer80 bis 100 € netto/henergiesparhaus.at, Oktober 2025
Lkw Vierachser80 bis 90 € netto/henergiesparhaus.at, Oktober 2025
Entsorgung Aushub9 bis 12 € netto/tenergiesparhaus.at, Oktober 2025
Deponie Großwilfersdorf (Stmk): unverunreinigter Bodenaushub7,50 € netto/tWopfinger, Preisliste gültig ab 1.12.2024; 1,8 t je m³; mindestens 34 € je Fuhre
Deponie Großwilfersdorf: Bodenaushub höherer Belastung18 € netto/tWopfinger, Preisliste gültig ab 1.12.2024
Deponie der Stadtgemeinde Gänserndorf (NÖ): Bodenaushub5 € je m³ inkl. UStTarif gültig ab 1.10.2025; nur für Bürger der Stadtgemeinde, sonst mit Abfallherkunftsbestätigung
Tragschicht, eingebautrund 60 €/m³energiesparhaus.at, Oktober 2025, Schätzung eines Bauherrn
Aushub mit Abtransport, Pauschale 155 m³3.300 € (21 €/m³)energiesparhaus.at, Bezirk Gänserndorf, Februar 2018

Quellen: energiesparhaus.at, Erdbauangebot zu teuer?, 16. Oktober 2025; energiesparhaus.at, Erdarbeit Angebote, Februar 2018; Wopfinger, Preisliste Baurestmassen und Bodenaushub Großwilfersdorf 2025; Stadtgemeinde Gänserndorf, Deponie-Tarif und Bedingungen. Forumsangaben sind Erfahrungswerte von Bauherren.

Was davon nicht auf dem Grundstück bleibt, kostet dreimal: Bagger, Transport und Deponie. Bei 7,50 € je Tonne und 1,8 Tonnen je Kubikmeter liegt allein die Deponiegebühr bei 13,50 € je m³ sauberem Aushub, für 450 m³ rund 6.000 € netto, bevor ein Lkw gefahren ist. Lehmboden, Fels und belastetes Material kosten ein Vielfaches, und genau das steht im Bodengutachten. Wer den Aushub auf dem eigenen Grundstück für Geländemodellierung oder Hinterfüllung verwenden kann, spart den größten Posten; im Angebot von 2025 fiel die Entsorgung weg, weil ein Bekannter die Erde abnahm, und das Angebot wurde um 6.000 € günstiger.

Auf engen Stadtgrundstücken kommt die Baugrubensicherung dazu, weil die Grube nicht abgeböscht werden kann. Was Verbau und Anker kosten, hängt vom Einzelfall ab; was sie an Gebühren auslösen, zeigt die Stadt Salzburg: Für Anker und Erdnägel, die im öffentlichen Gut verbleiben, verrechnet die Tiefbaukoordinierung 28 € je Meter für Kunststoffhüllrohre und 70 € je Meter für Ankerzwiebel und Stahlteile, für verbleibende Spundwände bis 300 m² pauschal 4.897 €, und für die Unterschreitung des Mindestabstands unterirdischer Einbauten von 2 m zur Grundgrenze 35 bis 140 € je m² Bauwerksfläche, alles netto, Stand 11. Jänner 2024.

Quelle: Stadt Salzburg, Tiefbaukoordinierung, Baugrubensicherung, Stand 11.01.2024.

Gründung: Streifenfundament, Frostkoffer, Platte und die Frosttiefe

Jede Gründung muss unter die Frosttiefe reichen, sonst hebt gefrierendes Wasser im Boden das Fundament an und das Haus bekommt Risse. Das Kellerbau-Handbuch von Beton-Marketing Österreich nennt für Österreich eine durchschnittliche Frosttiefe von 0,80 bis 1,00 m mit regional höheren Werten; auf frostsicherem Boden, also lehmfreiem Kies und Sand, genügt eine Gründungstiefe von mindestens 50 cm, auf frostgefährdeten Böden mit Anteilen von Lehm, Ton, Schluff oder Löss muss die Fundamentsohle unter der Frosttiefe liegen. Daraus folgen die drei Gründungsarten des Einfamilienhauses:

Ob der Boden die Lasten trägt, welche Gründung passt und wie tief sie reichen muss, steht im Bodengutachten; die Bemessung erfolgt nach Eurocode 7 mit der österreichischen Anwendungsnorm ÖNORM B 1997-1-1. Punktfundamente, also einzelne Betonsockel, genügen für Carport, Terrasse und Gartenhaus, nicht für ein Wohnhaus.

Quellen: Beton-Marketing Österreich, Kellerbauen+, August 2011, Abschnitt 2.3.4 Frosttiefe; WOLF Haus, Fertighaus und Keller; Angebote wie in den Tabellen oben.

Hang: Aushub, Stützmauern und das Geschoß, das zum Wohnraum wird

Am Hang braucht der Keller hangseitig mehr Aushub, Baugrubensicherung und die Abdichtung gegen nicht drückendes Wasser, talseitig steht er frei. Rechtlich zählt das Geschoß als unterirdisch, solange seine äußeren Begrenzungsflächen in Summe zu nicht mehr als der Hälfte über dem anschließenden Gelände nach Fertigstellung liegen, so definieren es die OIB-Begriffsbestimmungen. Liegt mehr als die Hälfte frei, ist es ein oberirdisches Geschoß mit allen Folgen für Geschoßzahl, Bebauungsdichte und Abstandsregeln, dafür aber mit der Möglichkeit, dort Aufenthaltsräume mit echten Fenstern unterzubringen. Das Hanggrundstück ist deshalb der klassische Fall, in dem der Keller zum Wohngeschoß wird und die Rechnung kippt: Dieselbe Fläche, die am ebenen Grundstück Nutzkeller bleibt, bringt hier Wohnnutzfläche.

Die Kosten des Hangs stecken aber nicht im Keller, sondern in der Geländeänderung. Wer 2019 im Forum von energiesparhaus.at fragte, ob ein 1.000 m² großes Hanggrundstück um 20.000 € günstiger als ein ebenes den Kauf lohnt, bekam zur Antwort, dass allein eine Steinwurfmauer gleich einmal 20.000 € kostet und eine Stützmauer mit Drainage nicht billiger ist; der Rat der anderen war, zu terrassieren und zu böschen, wo es geht, weil ein kleiner Bagger an zweieinhalb Tagen weniger kostet als jeder Meter Mauer. Veröffentlichte Preise für Mauern: eine in Beton verlegte Steinmauer um 125 € je m² Ansichtsfläche fix fertig mit einem Helfer des Bauherrn (Oktober 2021) und ein Angebot über 480 € je m² brutto komplett fertig (April 2026). Wie viel Mauer ein Grundstück braucht, entscheidet die Höhendifferenz: Bei 2 m Geländesprung auf 20 m Länge sind das 40 m² Ansichtsfläche, also 5.000 bis 19.000 € allein für die Mauer, ohne Fundament, Hinterfüllung und Drainage, wenn sie nicht im Preis stecken. Am Hang wird der Keller deshalb oft zur günstigeren Stützmauer: Die talseitige Kellerwand hält das Gelände, das sonst eine eigene Mauer halten müsste.

Quellen: energiesparhaus.at, Hanggrundstück ja/nein, März 2019; energiesparhaus.at, Steinmauer Kosten aktuell, 2021 bis 2026. Angaben von Bauherren, Höhe und Leistungsumfang der Mauern sind dort nicht genannt.

Radon: In diesen Regionen gelten Vorsorgepflichten

Radon ist ein radioaktives Edelgas aus dem Boden, das durch Keller und Fundamente in Wohnräume gelangt; die Radonschutzverordnung legt für Aufenthaltsräume in Wohngebäuden einen Referenzwert von 300 Bq/m³ im Jahresmittel fest. In den Radonvorsorgegebieten nach § 4 und Anlage 1 Abschnitt B der Verordnung müssen neu errichtete Gebäude mit Aufenthaltsräumen so gebaut werden, dass dieser Wert eingehalten wird. Die Gebiete sind großflächig:

BundeslandRadonvorsorgegebiet
Kärnten, Salzburg, Tirolalle Gemeinden
Niederösterreichalle Gemeinden außer Bezirk Bruck an der Leitha
Oberösterreichalle Gemeinden außer Bezirk Ried im Innkreis
Steiermarkalle Gemeinden außer Bezirk Südoststeiermark
Burgenlandalle Gemeinden außer Bezirke Güssing, Jennersdorf, Neusiedl am See und Oberwart
Vorarlbergnur Bezirk Bludenz
Wienkein Vorsorgegebiet

Quelle: Radonschutzverordnung, BGBl. II 470/2020, Anlage 1 Abschnitt B, Fassung vom Dezember 2025. Die Radonschutzgebiete in Abschnitt A, die Messpflichten an Arbeitsplätzen auslösen, nennen einzelne Gemeinden, in Oberösterreich 37. Gemeindegenau: Radonkarte der AGES.

Die OIB-Richtlinie 3 verlangt in Punkt 8.2.1, dass Gebäude mit Aufenthaltsräumen in diesen Gebieten so ausgeführt werden, dass ein gesundheitsgefährdender Radoneintritt aus dem Untergrund verhindert wird, und sieht das jedenfalls als erfüllt an, wenn der Referenzwert von 300 Bq/m³ eingehalten wird; die Erläuterungen verweisen für die Umsetzung auf die ÖNORM S 5280-2. Das Land Oberösterreich hat die Maßnahmen in einem Leitfaden zur Norm zusammengefasst, und sie unterscheiden sich je nachdem, ob gekellert wird:

Welche Variante greift, hängt nach der Österreichischen Fachstelle für Radon an drei Bedingungen: am Gebiet, an der Dichtheit der erdberührten Bauteile und an der Nutzung. Sind Bodenplatte und Kellerwände konvektionsdicht ausgeführt, etwa nach ÖNORM B 3692 oder als weiße Wanne, braucht es weder Typ A noch Typ B. Sind sie es nicht, bleibt beim vollständig unterkellerten Haus ohne erdberührte Aufenthaltsräume der Vorsorgetyp A mit Kellertür und abgedichteten Durchführungen; bei der Bodenplatte, bei teilweiser Unterkellerung und bei Aufenthaltsräumen im Keller ist die Radondrainage vorgeschrieben. Beide Varianten kosten etwas, und beide gehören in den Vergleich: die Drainage als Rohre, Verlegung und Abluftleitung über Dach, der Typ A als Tür und Abdichtungsarbeiten an Decke, Kanälen und Schächten.

Das Land Oberösterreich fördert nach seinem Umweltförderprogramm 2026 den Einbau einer Radondrainage in Wohngebäuden in Vorsorge- und Schutzgebieten mit 500 €, wenn ständig bewohnte erdberührte Räume geplant sind; bautechnische Sanierungen bestehender Häuser mit mehr als 300 Bq/m³ fördert es nach verpflichtender Beratung mit 50 % der anrechenbaren Kosten, höchstens 5.000 € je Wohneinheit. Ein nachträglicher Einbau der Drainage zwischen den Streifenfundamenten ist nach dem Leitfaden eine kostengünstige Alternative.

Quellen: Land Oberösterreich, Radon: Vorsorgemaßnahmen bei Neubauten und Generalsanierungen, Erläuterungen zur ÖNORM S 5280-2; Österreichische Fachstelle für Radon, Vorsorgemaßnahmen; Land Oberösterreich, Umweltförderprogramm 2026, Abschnitt Radon; WKO, Radonschutzverordnung.

Hochwasser und Versicherung

Ein Keller ist der tiefste Punkt des Hauses, und Wasser sucht den tiefsten Punkt. Ob das Grundstück gefährdet ist, zeigt die Risikokarte HORA des Landwirtschafts- und Wasserministeriums unter hora.gv.at: Für jede Adresse in Österreich gibt es den HORA-Pass mit acht Naturgefahren, Hochwasser, Lawinen, Erdbeben, Rutschung, Sturm, Blitz, Hagel und Schnee, seit 2026 ergänzt um Hitze und um eine Gefahrenhinweiskarte für Oberflächenabfluss, die Wassertiefen und Fließgeschwindigkeiten bei einem 100-jährlichen Regen von 30 Minuten Dauer zeigt.

Die Hochwasserzonen tragen drei Namen. HQ30 ist das Hochwasser, das statistisch alle 30 Jahre erreicht wird; Anlagen in diesem Abflussbereich sind nach § 38 Wasserrechtsgesetz bewilligungspflichtig. HQ100 ist das 100-jährliche Ereignis und nach den Hochwasser-FAQs des Landes Niederösterreich für Raumordnung und Baurecht maßgeblich. HQ300 zeigt Extremereignisse und das Restrisiko, für das Vorsorge empfohlen wird. HORA ist dabei eine österreichweite Erstabschätzung mit vereinfachtem Modell, nicht parzellenscharf; wo ein Land eigene Überflutungsflächen ausweist, wie Niederösterreich im NÖ Atlas, gilt die Landesdarstellung. Die Gefahrenzonenpläne der Wildbach- und Lawinenverbauung mit ihren roten und gelben Zonen gelten für Wildbäche, nicht für Flusshochwässer.

Wer im HQ100-Bereich oder in einer Senke mit Hangwasser baut, plant den Keller mit einer Abdichtung für drückendes Wasser, mit wasserdichten Lichtschächten und Fenstern, hebt die Oberkanten der Lichtschächte und Kellerabgänge über das Bemessungshochwasser und sichert den Kanal mit Rückstauklappe oder Hebeanlage. Die OIB-Richtlinie 3 verlangt im Abschnitt Feuchtigkeitsschutz zudem, dass für Aufenthaltsräume, deren Fußboden nicht über dem hundertjährlichen Hochwasser liegt, ein gleichwertiger Schutz gegen Überflutung vorgesehen wird. Oder man baut ohne Keller: Die Bodenplatte ersetzt keine Hochwasservorsorge, aber sie nimmt dem Wasser das Volumen, das es füllen kann.

Was die Versicherung zahlt

Die Eigenheimversicherung deckt Schäden am Gebäude, die Haushaltsversicherung den Inhalt, und bei Hochwasser sind beide in der Grunddeckung knapp bemessen. Nach dem Verein für Konsumenteninformation (18. Dezember 2025) sehen Standardverträge für Naturkatastrophen wie Hochwasser, Überschwemmung, Muren und Lawinen meist eine Basisdeckung von höchstens 3.000 bis 10.000 € vor; erweiterte Deckungen liegen je nach Anbieter und Produkt bei 20.000 bis 40.000 €, nach Angaben der Arbeiterkammer mit höherer Versicherungssumme bis 100.000 €. Der Vergleichsdienst durchblicker nennt im August 2026 eine Basisdeckung von maximal 5.000 €, erweiterte Deckungen von 20.000 bis 225.000 € und dafür 135 bis 377 € Jahresprämie für ein übliches Einfamilienhaus; 84,5 % seiner Nutzer verzichten auf die Erweiterung. Ob der Versicherer die Erweiterung anbietet, hängt von der Risikozone ab, teils mit Wartefrist. Wer einen Keller in Flussnähe plant, holt die Versicherungszusage vor dem Bau, nicht nach dem ersten Hochwasser.

Quellen: BMLUK, HORA-Pass; BMLUK, HORA-Update 2026; Land Niederösterreich, FAQs Hochwasser; VKI, Eigenheimversicherung mit Katastrophen-Schutz; AK Oberösterreich, Hochwasserschäden; leadersnet.at mit durchblicker-Daten, 17. August 2026.

Wärmeschutz: unbeheizter Keller, beheizter Keller, Wohnkeller

Die OIB-Richtlinie 6 schreibt für erdberührte Bauteile beheizter Räume einen Höchstwert des Wärmedurchgangskoeffizienten von 0,40 W/m²K vor, für Wände gegen Erdreich ebenso wie für Böden gegen Erdreich, und denselben Wert für Decken gegen unbeheizte Gebäudeteile. Die Werte stehen so in der Vorarlberger Bautechnikverordnung, die die OIB-Tabelle übernimmt, und sie sind laut dem Bau-Sachverständigen Günther Nussbaum seit der ersten Richtlinie 2007 bis zur Ausgabe 2023 praktisch unverändert geblieben. Für die Entscheidung heißt das:

BauteilHöchstwert UBedeutung für den Keller
Wände erdberührt0,40 W/m²Kgilt nur für beheizte Kellerräume; der unbeheizte Nutzkeller braucht keine Dämmung
Böden erdberührt0,40 W/m²KBodenplatte unter beheizten Räumen und Kellerboden beheizter Räume
Decken gegen unbeheizte Gebäudeteile0,40 W/m²Kdie Kellerdecke über dem unbeheizten Keller, meist als Dämmung im Fußbodenaufbau des Erdgeschoßes
Decken gegen Garagen0,30 W/m²Kbei Kellergaragen strenger als die Kellerdecke

Quelle: § 41a Vorarlberger Bautechnikverordnung, Tabelle der höchstzulässigen U-Werte nach OIB-Richtlinie 6; Nussbaum, (K)ein Pfusch am Bau, 4. Auflage 2025, Leseprobe.

Der unbeheizte Keller ist die günstige Variante, weil die Dämmung nur in der Kellerdecke liegt, die ohnehin einen Fußbodenaufbau bekommt. Nussbaum rät trotzdem zu einer XPS-Lage auf der Kellerwand, um die Abdichtung zu schützen und die Sommerkondensation zu entschärfen: Wenn warme, feuchte Sommerluft auf kalte Kellerwände trifft, schlägt sich Wasser nieder, und der Nutzkeller riecht nach Keller. Der beheizte Keller braucht die volle Perimeterdämmung unter der Bodenplatte und außen an den Wänden; das ist ein Teil der Mehrkosten, die Infina bis 2.000 € je m² führen.

Wann der Keller Wohnraum sein darf

Drei Fragen, die oft in einen Topf geworfen werden, haben drei verschiedene Antworten. Die erste ist baurechtlich: Darf der Raum ein Aufenthaltsraum sein? Punkt 11.1 der OIB-Richtlinie 3 verlangt, dass das Fußbodenniveau von Aufenthaltsräumen von Wohnungen wenigstens an einer Fensterseite über deren gesamte Länge über dem angrenzenden Gelände nach der Bauführung liegt; dazu kommen nach Punkt 9.1 eine Lichteintrittsfläche von mindestens 12 % der Bodenfläche und ein freier Lichteinfall von 45 Grad. Ein vollständig eingegrabener Keller erfüllt das nicht. Ein Hangkeller mit talseitiger Fensterfront erfüllt es, und ein Raum, vor dessen Fensterseite das Gelände über die ganze Länge abgegraben wird, kann es erfüllen, wenn Bauordnung und Bebauungsplan des Landes diese Geländeänderung zulassen. Die Länder setzen die Richtlinie mit eigenen Abweichungen um; Wien legt sie in seinem Leitfaden so aus, dass unter Gelände keine Aufenthaltsräume möglich sind.

Die zweite Frage ist die Nutzfläche: Keller- und Dachbodenflächen sind nach Mietrechtsgesetz, Wohnungseigentumsgesetz und Wiener Wohnbauförderungsgesetz keine Nutzfläche, soweit sie ihrer Ausstattung nach nicht für Wohn- oder Geschäftszwecke geeignet sind. Die dritte ist die Förderung, und die ist Landessache: Die Stadt Wien erkennt Nutzflächen im Keller nur an, wenn der Fußboden zumindest an einer Seite oberhalb des Geländes liegt, die bauphysikalischen Werte und die Mindestausstattung eingehalten werden und Belichtung und Belüftung für Aufenthaltsräume erreicht werden; Vorarlberg zählt Kellerräume in seiner Neubauförderungsrichtlinie 2023 nur, wenn Belichtung und Raumniveau der Bautechnikverordnung erfüllt sind.

Für den Keller am ebenen Grundstück heißt das: Was in den Prospekten als Hobbyraum, Büro oder Gästezimmer gezeichnet ist, bleibt rechtlich Nebenraum, solange das Gelände an der Fensterseite nicht abgesenkt wird. Es zählt nicht zur Wohnnutzfläche, erhöht die Wohnbauförderung nicht und darf nicht als Wohnraum vermietet werden. Am Hang mit talseitig freiem Geschoß ist es anders, und dort lohnt der Ausbau.

Quellen: OIB-Richtlinie 3, Punkte 9.1 und 11.1 (Fassung im Tiroler Landesrecht); Stadt Wien, MA 25, Leitfaden zur Berechnung der förderbaren Nutzfläche, Jänner 2025, Punkte 2.8 und 3.6; Land Vorarlberg, Neubauförderungsrichtlinie privater Wohnbau 2023.

Abgaben: Was der Keller bei Gemeinde und Land auslöst

Fünf Bundesländer berechnen Aufschließungs- oder Kanalabgaben ganz oder teilweise nach dem Gebäude statt nach dem Grundstück, und dort kostet ein Keller über den Bau hinaus. Die Beträge gelten für das Beispielhaus der Aufschließungsseite: 120 m² Grundfläche, ein Kellergeschoß mit 120 m² Bruttogeschoßfläche, rund 100 m² Nutzfläche und 400 m³ Baumasse.

BundeslandAbgabeWie der Keller zähltMehrbetrag Keller
TirolErschließungsbeitrag, Kanal, WasserAlle drei nach Baumasse: Erschließungsbeitrag 400 m³ × 4,03 € × 70 %, Kanal Oetz 7,18 €/m³, Wasser Wattens 1,64 €/m³. Die Baumasse ist nach § 2 Abs. 5 TVAG geschoßweise ab dem Fußbodenniveau des untersten Geschoßes zu ermitteln, das Kellergeschoß zählt also voll.4.656 €
NiederösterreichKanaleinmündungsabgabeBerechnungsfläche aus halber bebauter Fläche mal angeschlossene Geschoße plus eins; ein Keller mit Waschküche oder Bodenablauf ist ein angeschlossenes Geschoß: 60 m² × 26 € (Laab im Walde 2026).1.560 €
SteiermarkBauabgabe und KanalisationsbeitragBeide nach Bruttogeschoßfläche, Keller zur Hälfte: Bauabgabe 60 m² × 13,04 € = 782 €, Kanal St. Andrä-Höch 60 m² × 12,72 € = 763 €.1.546 €
BurgenlandKanalanschlussbeitragKellerräume, die nur Haushaltszwecken dienen und nicht an den Kanal angeschlossen sind, zählen nicht; angeschlossen gelten sie als sonstige Räume mit Faktor 0,5: 100 m² × 0,5 × 9 € (Müllendorf 2026) plus 10 % USt.0 bis 495 €
VorarlbergKanalanschlussbeitrag29 % der Geschoßfläche gehen in die Bewertungseinheiten, der Keller bringt 29 Einheiten mehr; der Beitragssatz ist je Gemeinde verschieden und meist nicht veröffentlicht.29 Einheiten × Satz
OberösterreichKanal- und WasseranschlussgebührNach Geschoßflächen der Wohnräume; Keller und Dach zählen nur bei Wohnnutzung. Ein Wohnkeller am Hang kostet 29,67 €/m² (Hofkirchen, Neuhofen 2026), der Nutzkeller nichts.0 €
KärntenKanal- und WasseranschlussbeitragBewertungseinheiten nach Wohnnutzfläche; der Nutzkeller zählt nicht.0 €
WienAnliegerbeitrag, KanaleinmündungsgebührNach Frontlänge und halber bebauter Fläche; ein Kellergeschoß ändert keines von beiden.0 €
SalzburgStraßenkosten, Anliegerleistungen, KanalbeitragStraße und Gehsteig nach Grundstück und Straßenfläche; der Hauptkanalbeitrag der Landeshauptstadt nach Grundstücksfläche, mit Zuschlag nur für Gebäude über 7,5 m oder drei Vollgeschoße. Die übrigen Gemeinden heben den Kanalbeitrag nach eigener Gebührenordnung ein.Stadt Salzburg 0 €, sonst je Gemeinde

Sätze, Gesetze und Gemeinden wie auf der Aufschließungsseite, Stand Oktober 2026; Tirol: § 2 Abs. 5 und § 9 TVAG; Burgenland: § 5 Bgld. Kanalabgabegesetz.

Tirol ist der Ausreißer, weil dort gleich drei Abgaben an der Baumasse hängen und ein Kellergeschoß ein Drittel der Baumasse eines zweigeschoßigen Hauses ausmacht. In der Steiermark und in Niederösterreich bleibt es bei rund 1.500 €, das sind ein bis zwei Prozent der Mehrkosten des Kellers. Entscheidend ist der Betrag nirgends, aber er gehört ins Budget, weil er mit der Baubewilligung fällig wird und nicht mit dem Keller.

Entscheidungshilfe: Wann der Keller sich rechnet und wann nicht

Die Rechnung hat zwei Seiten, die selten zusammen auf dem Tisch liegen: 40.000 bis 60.000 € Mehrkosten gegen 100 m² Fläche, die sonst nirgends so günstig zu haben ist. Fünf Fragen entscheiden sie.

  1. Reicht das Grundstück für die Fläche oberirdisch? Wer auf 800 m² mit niedriger Bebauungsdichte baut, kann Technik, Abstellraum und Werkstatt in einen Anbau oder eine größere Garage legen. Auf 500 m² mit zwei Vollgeschoßen im Bebauungsplan ist der Keller oft die einzige Fläche, die noch wächst, ohne Wohnfläche zu kosten.
  2. Was sagt der Boden? Fels, hoher Grundwasserstand und Hangwasser verdoppeln den Kellerpreis; sauberer, tragfähiger Kies halbiert die Deponiekosten. Das Bodengutachten um 500 bis 1.000 € ist die günstigste Entscheidungsgrundlage, und es gehört vor den Grundstückskauf.
  3. Liegt das Grundstück am Hang? Dann wird aus dem Keller talseitig ein Geschoß mit Fenstern, das Aufenthaltsräume tragen darf, weil der Fußboden an der Fensterseite über dem Gelände liegt, und dessen Räume bei entsprechender Ausstattung zur Wohnnutzfläche zählen. Dieselben Mehrkosten kaufen hier Wohnraum statt Stauraum, und die Bodenplatte bräuchte ohnehin Stützmauern und Anschüttung.
  4. Wie wird das Haus beheizt und gelüftet? Wärmepumpe mit Pufferspeicher, Lüftungsanlage mit Verteiler und Zählerkasten brauchen 8 bis 12 m² Technikfläche. Im Erdgeschoß kostet jeder Quadratmeter davon den vollen Wohnflächenpreis, im Keller den Kellerpreis.
  5. Steht das Haus im HQ100-Gebiet oder im Radonvorsorgegebiet? Hochwasser spricht gegen den Keller oder für eine Abdichtung gegen drückendes Wasser mit allen Folgekosten. Radon ist für beide Varianten lösbar: konvektionsdichte erdberührte Bauteile erledigen es für Keller wie Bodenplatte; sonst gehört bei der Bodenplatte die Radondrainage unter die Platte, beim vollständig unterkellerten Haus die dichte Kellertür samt abgedichteten Durchführungen dazu.

Was in dieser Rechnung fehlt, ist der Wiederverkauf. Betonmarketing Österreich wirbt damit, dass unterkellerte Häuser leichter und um rund 25 % teurer verkauft würden; die Zahl stammt aus einer deutschen Maklerbefragung des Jahres 2000, die die Branche seither zitiert, und eine österreichische Auswertung gibt es nicht. Dass ein fehlender Keller beim Verkauf gefragt wird, stimmt; wie viel er wert ist, hängt von Lage und Käufer ab.

Angebote vergleichbar machen

Das Fertigteilangebot ohne Erdarbeiten und das Baumeisterangebot mit Aushub unterscheiden sich um 16.000 €, bevor ein Stein gesetzt ist. Damit zwei Angebote dieselbe Leistung beschreiben, müssen diese Positionen in beiden stehen oder ausdrücklich ausgeschlossen sein:

Bei der Bodenplatte gilt dieselbe Liste mit zwei Posten weniger und zwei mehr: ohne Wände und Decke, dafür mit Frostschürze oder Frostkoffer und mit den Fundamenten für Garage, Wärmepumpe und Terrasse, die beim Keller in der Baugrube mitbetoniert werden.

Glossar

Weiße Wanne
Keller aus wasserundurchlässigem Beton, bei dem Bodenplatte und Wände selbst die Abdichtung sind; Fugen und Durchführungen werden mit Fugenbändern gedichtet. Die übliche Ausführung beim Lastfall drückendes Wasser, Bemessung nach der ÖBV-Richtlinie Wasserundurchlässige Betonbauwerke 2018.
Schwarze Wanne
Abdichtung aus Bitumen- oder Kunststoffbahnen außen auf Bodenplatte und Kellerwänden, geregelt in ÖNORM B 3692; bei Bodenfeuchte und nicht drückendem Wasser meist mit Drainage kombiniert, bei drückendem Wasser mehrlagig und dafür bemessen.
Lastfall
Die Wasserbeanspruchung, gegen die abgedichtet wird: Bodenfeuchte, nicht drückendes Wasser oder drückendes Wasser. Ergibt sich aus Durchlässigkeit des Bodens, Hinterfüllung, Hanglage und höchstem Grundwasserstand.
Frostschürze
Betonrand unter der Bodenplatte, der bis in frostfreie Tiefe reicht, damit gefrierender Boden die Platte nicht hebt; die Variante mit Streifenfundamenten.
Frostkoffer
Verdichtetes Schotterbett unter der Bodenplatte bis auf Frosttiefe, das kapillarbrechend wirkt und die Frostschürze ersetzt; die Variante ohne Streifenfundamente.
Perimeterdämmung
Druckfeste, feuchteunempfindliche Dämmung aus XPS oder Schaumglas unter der Bodenplatte und außen an erdberührten Wänden beheizter Räume.
Glasschaumschotter
Dämmschüttung aus Altglas, die unter der Bodenplatte Frostkoffer, Dämmung und kapillarbrechende Schicht in einem bildet; im Tiroler Angebot 2022 60 cm stark und rund 90 € je m³ im Baustoffhandel.
Lichtschacht
Vorgesetzter Schacht vor dem Kellerfenster, der Licht und Luft in den Keller bringt; bei drückendem Wasser und im Hochwassergebiet wasserdicht auszuführen oder durch einen Lichtgraben mit Oberkante über dem Bemessungshochwasser zu ersetzen.
Rückstauebene
Das Niveau, bis zu dem der öffentliche Kanal bei Überlastung ansteigen kann, meist die Straßenoberkante. Abläufe darunter, also im Keller, brauchen Rückstauklappe oder Hebeanlage.
Unterirdisches Geschoß
Nach den OIB-Begriffsbestimmungen ein Geschoß, dessen äußere Begrenzungsflächen in Summe zu nicht mehr als der Hälfte über dem anschließenden Gelände nach Fertigstellung liegen. Entscheidet am Hang, ob der Keller als Vollgeschoß zählt.
Steinwurfmauer
Stützmauer aus groß geschlichteten Bruchsteinen ohne Mörtel, am Hang die verbreitete Alternative zur Betonmauer; braucht Fundament, Hinterfüllung mit Drainagematerial und viel Platz in der Tiefe.
Frosttiefe
Tiefe, bis zu der der Boden im Winter gefriert; in Österreich im Durchschnitt 0,80 bis 1,00 m, regional mehr. Fundamente auf frostgefährdetem Boden müssen darunter liegen.
Radondrainage
Rohrsystem unter der Bodenplatte, das Radon aus dem Untergrund sammelt und über ein Vollwandrohr über Dach ableitet; Vorsorgetyp B nach ÖNORM S 5280-2.

Häufige Fragen zu Keller und Bodenplatte

Was kostet ein Keller in Österreich pro m²?

Mindestens rund 1.000 € je m² Kellerfläche, bei schwierigem Aushub, hohem Grundwasser oder wohnähnlichem Ausbau 2.000 € und mehr; ein 80 m² großer Nutzkeller liegt damit bei etwa 100.000 €. Veröffentlichte Angebote österreichischer Bauherren aus den Jahren 2018 bis 2023 bewegen sich zwischen 800 und 1.375 € je m² inklusive Erdarbeiten, ein Fertigteilkeller ohne Erdarbeiten bei rund 750 € je m².

Was kostet eine Bodenplatte in Österreich?

400 bis 800 € je m² inklusive Dämmung und Frostschutz, für 80 m² also 32.000 bis 64.000 €. Ein 2024 veröffentlichtes Angebot aus dem Bezirk Baden für eine 25 cm starke Platte mit 12 cm XPS, Frostschürze und Drainage auf 94 m² lag bei 37.600 € brutto, also knapp 400 € je m²; dazu kamen rund 15.900 € für Sickerschacht, Schmutzwasserschacht, Fundamente für Garage und Wärmepumpe, Rohre und Leerverrohrung.

Wie viel kostet ein Keller mehr als eine Bodenplatte?

Im Beispiel von Infina 52.000 € für 80 m², also 650 € je m² Kellerfläche. WOLF Haus nennt für das Modell Wien 169 einen Keller um 78.020 € und eine Fundamentplatte um 34.150 €, ein Unterschied von 43.870 €; beim Bungalow Elegance 130 sind es 97.880 € gegenüber 41.870 €, also 56.010 €. Die Zementindustrie bezifferte die Mehrkosten 2018 mit 15.000 bis 20.000 € für 70 bis 80 m² zusätzliche Nutzfläche; seither ist der Baukostenindex für den Wohnhausbau allein gegenüber 2020 um 30 % gestiegen.

Darf man im Keller wohnen?

Nur, wenn der Fußboden an einer Fensterseite über dem Gelände liegt. Punkt 11.1 der OIB-Richtlinie 3 verlangt für Aufenthaltsräume von Wohnungen, dass ihr Fußbodenniveau wenigstens an einer Fensterseite über deren gesamte Länge über dem angrenzenden Gelände nach der Bauführung liegt; dazu kommen 12 % Lichteintrittsfläche und freier Lichteinfall. Ein vollständig eingegrabener Keller erfüllt das nicht, ein Hangkeller mit talseitiger Fensterfront schon, ein Raum mit über die ganze Fensterlänge abgegrabenem Gelände kann es erfüllen, wenn das Landesrecht die Geländeänderung zulässt. Davon getrennt zählt der Raum zur Nutzfläche nach Mietrechts- und Wohnungseigentumsgesetz und zur förderbaren Fläche nur, wenn er dafür ausgestattet ist; Wien erkennt Kellerflächen nur mit Fußboden über dem Gelände an.

Zählt der Keller zur Wohnnutzfläche bei der Wohnbauförderung?

In der Regel nicht. Keller- und Dachbodenflächen sind nach Mietrechtsgesetz, Wohnungseigentumsgesetz und Wiener Wohnbauförderungsgesetz keine Nutzfläche, soweit sie ihrer Ausstattung nach nicht für Wohnzwecke geeignet sind. Vorarlberg zählt Kellerräume nur mit, wenn Belichtung und Raumniveau der Bautechnikverordnung erfüllt sind. Ein Nutzkeller erhöht also weder die förderbare Fläche noch die Förderung.

Wann braucht ein Keller eine Abdichtung gegen drückendes Wasser?

Wenn der Lastfall drückendes Wasser gilt. Nach ÖNORM B 3692 ist er anzunehmen, sobald der höchste Grundwasserspiegel weniger als 50 cm unter der horizontalen Abdichtungsebene liegt oder weder Bodenfeuchte noch nicht drückendes Wasser als Lastfall belegt werden können. Dann braucht der Keller ein darauf abgestimmtes Abdichtungskonzept, meist eine weiße Wanne aus wasserundurchlässigem Beton nach der ÖBV-Richtlinie Wasserundurchlässige Betonbauwerke oder eine dafür bemessene mehrlagige Bahnenabdichtung; Lichtschächte und Fenster müssen wasserdicht sein. Ob das zutrifft, klärt das Bodengutachten mit Angaben zum Grundwasserstand.

Was kosten die Erdarbeiten für Keller oder Bodenplatte?

Abgerechnet wird meist nach Stunden: 80 bis 100 € netto für einen 10- bis 16-Tonnen-Bagger mit Fahrer, 80 bis 90 € für einen Vierachs-Lkw, 9 bis 12 € je Tonne Entsorgung, dazu Deponiegebühren von 7,50 € je Tonne unverunreinigtem Bodenaushub (Großwilfersdorf, Steiermark, ab Dezember 2024) oder 5 € je m³ (Gänserndorf, Niederösterreich, ab Oktober 2025, nur für Bürger der Gemeinde). Ein Kellergeschoß mit 120 m² Grundfläche ergibt 400 bis 500 m³ Aushub, eine Bodenplatte mit Frostkoffer 100 bis 150 m³; ein Pauschalangebot für 155 m³ samt Abtransport lag 2018 bei 3.300 €, zwei Angebote für rund 300 m³ in Oberösterreich bei 6.000 und 8.000 €. Lehm, Fels und belastetes Material kosten ein Vielfaches, der größte Sparposten ist der Aushub, der auf dem Grundstück bleibt.

Muss ich beim Keller auf Radon achten?

In den Radonvorsorgegebieten der Radonschutzverordnung ja: Das sind alle Gemeinden in Kärnten, Salzburg und Tirol, Niederösterreich ohne den Bezirk Bruck an der Leitha, Oberösterreich ohne Ried im Innkreis, die Steiermark ohne die Südoststeiermark, das Burgenland ohne Güssing, Jennersdorf, Neusiedl am See und Oberwart sowie der Bezirk Bludenz in Vorarlberg. Dort müssen neue Gebäude mit Aufenthaltsräumen so gebaut werden, dass der Referenzwert von 300 Bq/m³ eingehalten wird, nach ÖNORM S 5280-2 etwa durch konvektionsdichte erdberührte Bauteile oder eine Radondrainage unter der Bodenplatte. Oberösterreich fördert die Radondrainage mit 500 €.

Stand: 15. Oktober 2026. Redaktion: Mad Dog Media GmbH, Leibnitz. Preise aus Anbieterangaben, Ratgebern und veröffentlichten Angeboten mit dem jeweils genannten Datum; Rechtsgrundlagen nach RIS und den genannten Landesdokumenten.